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Bericht zur Gemeindeversammlung 2013 (141. Bürgergemeindeversammlung)

Verschiedene Standbeine bieten solides Fundament.
Am Freitagabend besuchten 85 Stimmberechtigte von total 230 die Gemeindeversammlung der Bürgergemeinde Diessenhofen im Rathaussaal.

Bürgerpräsident Urban Brütsch führte durch die Traktanden. Wichtig waren unter anderem die Rechnung 2012 und das Budget 2013.
Präsident Brütsch sagte, dass die Bürgergemeinde nur langfristig  überleben kann, wenn sie nicht laufend schrumpft. So sind 2012 neun  Bürgerinnen und Bürger verstorben. Zu Ehren der Verstorbenen erhob sich die Versammlung. Leider konnten im vergangenen Jahr keine neuen Mitglieder in das Diessenhofer Bürgerrecht aufgenommen werden. Brütsch rief die Versammlung dazu auf, sich dafür einzusetzen, dass vermehrt wieder junge Familien für das Bürgerrecht gewonnen werden.

Die Ressorts im Überblick

Dann stellte Brütsch in einem finanziellen Überblick der letzten 10 Jahre der vielfältigen Sparten der Bürgergemeinde vor. Konstant gut Erträge brachte in den letzten Jahren der Campingplatz Läui. Alle Plätze sind vermietet. Ein grosser Wasserschaden brachte kürzlich  diverse Kosten. Roger Birk zeigte noch  in Bildern, wie die  total sanierten  WC- und Waschanlagen  auf den neusten Stand der Technik gebracht wurden..

Fischenz ging wieder bergauf

Nach drei schlechten Jahren nach dem Hitzesommer 2003 ging es mit der Fischenz langsam wieder bergauf. Ein Dämpfer war, dass trotz grossem Fischeinsatz die Einnahmen leicht zurück gingen. Der Hauptverantwortliche für die Fischenz Urs Rütimann machte nun dazu noch detaillierte Angaben. Er erinnerte daran, dass er vor einem Jahr gesagt habe, dass die Äschenfänge seit 2010 wieder rückläufig sind und dass wegen der schlechten Laichergebnisse wohl eine weitere Fangbeschränkung kommen werde. Das ist inzwischen eingetroffen. Die Jagd- Fischeriverwaltung hat zum Schutz gefährdeter Fischarten neue Fangzahlen festgelegt: 3 Äschen pro Fischertag und höchstens 75 Äschen vom 1. Oktober bis 31. Januar.
Gefangen wurden 1730 Äschen gegenüber 3300 Äschen im Vorjahr.
Mehr als die Hälfte der Äschen  wurden vom Boot aus gefangen. Das heisst nun, dass 20 Gondelfischer mehr  Fische  gefangen haben als die die über 200 Uferfischer, die alle eine Jahreskarte gelöst haben.

Erfolg beim  Netzfischen 2013

Das Netzfischen 2013 wurde vom  23. März bis 2. April durchgeführt. 53 Äschen gingen ins Netz. 20 Äschen waren weibliche Tiere, und diese brachten einen erfreulichen Laichertrag von 5,2 Litern. Dies ergibt rund 90'000 Äschenbrütlinge. Von diesen werden dann ca. 2000 fangfähig und somit etwa dreijährig.
Wenn es aber immer schwieriger wird, eine Äsche zu fangen, dann überlegt sich mancher Uferfischer zweimal, ob er noch eine Karte kaufen soll.

Ein Lichtblick für die Forellen

Am Samstag vor zwei Wochen  hat die Fischerzunft den Aufzuchtbach in Schlatt elektrisch abgefischt. Sie konnten 800 Forellen in verschiedenen Grössen herausnehmen. Diese wurden je zur Hälfte im Geisslibach und im Rhein eingesetzt. 2012 wurde das mehrere Jahre geltende Fangverbot von Forellen im Rhein aufgehoben, da die Ursachen des Forellen-Rückganges nicht geklärt werden konnten. So wurden 2012 wiederum 45 Forellen in der Diessenhofer Fischenz gefangen. Die Fischerzunft hofft, dass mit dem Aufzuchtbach und dem Geisslibach mit der Zeit wieder mehr Forellen im Rhein sind.

Und noch etwas zum Aal

Bei uns ist der Aal kein beliebter Speisefisch. Um so beliebter ist der Aal in nordischen Ländern. Der Aal frisst auch junge Äschen und Forellen. So wurde 1997 zusammen dem kantonalen Fischereiaufseher jeweils im September mit dem Elektrofanggerät Aale gefangen. 1997 wurden so an einem Tag 294 Aale und 1998 sogar 266 Aale gefangen. Diese wurden verwertet. Nun sind die Fänge von Aalen stark zurückgegangen. Darum wurde beschlossen, das Abfischen von Aalen vorläufig einzustellen. Die Fischerzunft hat seit vielen Jahren die Bewilligung, in den Sommermonaten jeweils am Freitagabend bis 01.00 auf Aale zu fischen.

Positive Zahlen auch im Forst

Seit Köbi Gubler Förster ist, liegt auch der Forst finanziell wieder im positiven Bereich. Die Nutzung wurde sukzessive etwas abgebaut. Das Resultat sind weniger Einnahmen aber auch weniger Aufwand für die Holzerntearbeiten.

Von den Liegenschaften

Die Bürgergemeinde verfügt auch über Liegenschaften an der Rheinstrasse und Freudenberg im St. Katharinental. Die Rheinstrasse bringt konstant gute Erträge. In der Liegenschaft Freudenberg stehen noch grössere Sanierungen bevor.

Guter Rechnungsabschluss 2012

All diese Einnahmen aus den Ressorts der Bürgergemeinde führten in den letzten Jahren zu guten Jahresrechnungen, so auch 2012. Diese Rechnung schliesst mit einem erfreulichen Gewinn von 18'076 Franken ab. Brütsch betonte, dass die Rechnung immer noch ein ausgeglichenes, solides Fundament mit verschiedenen Standbeinen zeigt. Sichere Werte sind vor allem der Camping Platzund die Liegenschaften. So war es nicht verwunderlich, dass die Rechnung 2012 ohne Diskussion mit grossem Mehr genehmigt wurde, Das Budget 2013 sieht erstmals seit mehreren  Jahren nicht so gut aus, da der gesamte Betrag für die Sanierung der Duschen und WC-Anlagen im laufeden Jahre verbucht werden. So rechnet das Budget 2013 mit einem Verlust von 196'000 Franken, was aber gut verkraftet werden kann. Nun wurde auch das Budget 2013 sehr klar genehmigt.

Zwei Konsultativ-Abstimmungen

Zum Schluss gab es noch zwei Konsultaltiv-Abstimmungen. Die Erfahrung zeigt, dass vor allem ältere Bürgerinnen und Bürger Mühe haben, im Rathaus die Treppe hochzugehen, und sie kommen deshalb nicht an die Versammlung. Deshalb kam es zum Vorschlag, die Bürgergemeinde zukünftig in der Rhyhalle durchzuführen.
Und eine Gruppe, die regelmässig die Feuerstelle Gerneralstand im Rodenberg benutzt, schlägt vor, dort einen zeltförmigen bescheidene offnen Unterstand für Mensch und Brennholz zu erstellen.
Für die Verlegung der Versammlung in die Rhyhalle ergab die Abstimmung eine knappe für den Unterstand beim Genreralstand eine klare Mehrheit. Das Problem beim Unterstand ist, dass dieser vom kantonalen Forstamt bewilligt werden muss. Die Verwaltung wird beide Wünsche weiter bearbeiten.
Um 21.45 Uhr konnte der Präsident die Versammlung schliessen. Und nun ging es in die Rhyhalle zum feinen Nachtessen vom Party Service Ruth Brunner erstmals ohne musikalische Begleitung. An allen Tischen wurden rege Gespräche geführt und die Musik wurde kaum vermisst.
Der Waldumgang 2013 findet am 9, Juni statt. Start ist erst um 09.00 Uhr. Der Weg führt via Campinplatz Läui nach Rheinklingen. Von dort aus folgt dann nach dem Mittagessen die Talfahrt mit den Pontonieren. (ge)