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Bericht zum Waldumgang 2012

von Peter Spirig

Ein Waldumgang der ganz speziellen Art:
In Diessenhofen lud die Bürgergemeinde zu einem Spaziergang auf Schusters Rappen der auch an illegal gesetzten Hanfpflanzen vorbei führte.

Am Sonntag lud die Bürgergemeinde Diessenhofen zum Waldumgang. Wegen schlechtem Wetter musste er in den Herbst verschoben werden. Dies bedeutete, dass die Fahrt mit Pontons entfiel. „Wir benützen aber die Gelegenheit, dass wir einmal in den Buchberg gehen wo die Bürgergemeinde eine grosse Fläche Wald hat" erwähnte Präsident Urban Brütsch nach der Begrüssung der 150 Gäste. Begrüsst wurden sie auch von der Stadtmusik Diessenhofen. Unter der Leitung von Markus Augenstein wurde „Deozincova", der Marsch der Stadt Diessenhofen, gespielt. Danach ging es dem Geisslibach entlang nach Wilisdorf und weiter zur Kiesgrube um dann quer durch den Wald zum Rastplatz zu gelangen.

Vielleicht schwimmen sie bald bis zur Quelle

Beim Geisslibach erklärte Urban Brütsch, dass das Wehr durch eine Fischtreppe ersetzt wurde. Noch ist den Fischen der Zugang zur Quelle verwehrt. Sie kommen nujr bis zum Wehr in Willisdorf. „Sensationell wäre es, wenn wir dort auch noch eine Fischtreppe bauen könnten". Fischen ist nicht gestattet. Aber man züchtet Forellen. Die Fische hätten sich vermehrt. Genauso wie der Biber der Schaden anrichte. Dank dem Einsatz eines Anstössers stehe nun auch ein Wanderweg zur Verfügung.

Vom Hanf auf der Magerwiese

Inmitten der Kiesgrube, die von der Heva AG betrieben wird, erklärte Produktionsleiter Florian Mascherin, der am Sonntag Geburtstag hatte, dass man noch mit einem Kiesvorrat für die nächsten 15 bis 20 Jahre rechne. Das bringt ein Verkehrsaufkommen mit sich, wobei sich dieses stark verbessert habe. „Derzeit haben wir aus Schlatt keine €Reklamationen mehr". Die Kiesgrube wird laufend renaturiert. Unter anderem mit einem Biotop. Es besteht aus höhenunterschiedlich gebauten Teichen. Läuft der obere über wird der nächste gefüllt. Es hätten sich bereits Laubfrösche und Libellenarten niedergelassen. Als ungebetene Gäste, und als Zielscheibe für die Jäger die einen Jägersitz erstellten, gelten die Wildsäue. Der Sitz steht in einer jungen Magerwiese. In einiger Zeit werde man sich hier über eine Blumenwiese freuen können. Pflanzen hat es bereits. Die von irgendwelchen Personen eingepflanzten üppigen Hanfpflanzen waren nicht zu übersehen. Soweit möglich wurden während des Rundganges einige zerstört.

Keine grösseren Probleme im thurgauer Wald

Im Buchenwald erklärte Revierförster Jakob Gubler, dass man Eichen fördern will. Man kümmert sich aber auch um den seltenen Mittelspecht. Jakob Gubler weiss, dass einer in der Nähe brütet. Er ist offenbar nicht alleine, denn es wird auch ein anderer Mittelspecht in der Gegend vermutet. Man lauschte dem Revierförster neben mächtigen Eichen stehend. Es handelte sich um Mittelwaldeichen die zirka 180 Jahre alt sind. Sie sollen, wie auch die jüngeren Eichen, geschützt werden. Zudem werden Eichen im Jungwald gesetzt. Weiters erwähnte der Revierförster, dass gewisse Flächen ganz in Ruhe gelassen werden. Weiters war von ihm zu erfahren, dass die Waldränder irgendwann gepflegt und verbreitet werden. Man will mehr Strukturen und Abwechslung hinein bringen. Danach lud Urban Brütsch zum Rastplatz wo man von der Metzgerei Del Grosso mit Würsten, von Stefan Gränicher mit Getränken und von der Stadtmusik mit Melodien verwöhnt wurde. Unter den Gästen der neue Kreisvorsteher Ruedi Ulmer. Er ist Chef mehrerer Reviere. Gegenüber unserer Zeitung äusserte er, dass derzeit im thurgauer Wald keine grossen Probleme bestehen. Auch in Sachen Borkenkäfer nicht. Er machte aber auf einen Mangel an Auszubildenen aufmerksam. Während sich die Erwachsenen unterhielten wurde der Wald zum Spielplatz für Kinder.