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Leichte Erholung des Äschenbestandes im Rhein

Wie in einem Gespräche mit Urs Rütimann von der Fischerzunft und Bürgerpräsident Bruno Giuliani zu erfahren war, konnten im vergangenen Winter von der Fischerzunft erstmals wieder vermehrt frische Äschen gefangen werden.

Diese Fische sind von den Mitgliedern Fischzunft von den Gondeln aus gefangen worden. Auch die Landfischer mit der Jahreskarte fischten wieder mit etwas mehr Erfolg als im vorhergehenden Jahr nach Äschen. Wie der Bürgerpräsident sagte, erholt sich aber der Äschenbestand nur langsam und Einschränkungen zum Schutz der Äsche werden weiterhin bestehen bleiben

Und wie vom Gondelfischer Urs Rütimann, Verantwortlicher für die Fischenz der BGD (Bürgergmeinde Diessenhofen) weiter zu erfahren war, herrschten im Rhein noch bis 1995 ideale Voraussetzungen für die Äsche. Aber von da an wurde die Bewirtschftung der Asche durch den Faktor Kormoran immer mehr gestört. Der Kormoran hat dann die Äschenpopulation stark dezimiert. Dazu kam mit dem Hitzesommer 2003 für die Äsche noch eine ökologische Katastrophe, die den Äschenbestand fast ganz liquidierte, Nur ganz langsam hat sich der Äschenbestand nun nochmals einigermassen erholt. So konnten im vergangenen Winter in Restaurants der Region oder auch privat wieder vermehrt Äschen-Gerichte auf den Tisch kommen. Das ist aber nur weiterhin möglich, wenn von den Fischern aus Schaffhausen, Diessenhofen und Stein am Rhein mit Booten regelmässig Vergrämungsfahrten durchgeführt werden. Diese Fahrten brauchen einen grossen Stundenaufwand durch Fischer und Jäger, die sich da ehrenamtlich einsetzen. Nur durch diese Fahrten kann dem übermässigen Fischfrass der Kormorane begegnet werden.

Von der BGD werden für den Fischfang Tages- und Jahreskarten herausgegeben. Die Uferfischer dürfen nur vom Schweizer Boden aus fischen.

Die Äsche liebt sauberes kühles Wasser

Die bekannteste Fischart im Rhein sind die Äschen. Die Äsche liebt kühles und sauberes Wasser. Für die natürliche Fortpflanzung braucht sie gut überspülten kiesigen Untergrund, wo sie die Eier ablegen kann . Der Fischfang auf Äschen ist nur in den Wintermonaten von Oktober bis Januar erlaubt. Die übrigen Monate sind Schonzeit.

Von der Fischzunft wurden jährlich mehrere tausend Äschensömmerlinge aus Werdenberg (SG) in den Rhein eingesetzt.So ist zu hoffen, dass im Winter weiterhin Äschen fangfrisch beim Fischhändler der Fischerzunft im Gredhaus bezogen werden können.

Dazu unternimmt die BGD gemeinsam mit der Fischerzunft Anstrengungen, den Geisslibach mit kühlerem Wasser für Aschen und Forellen zugänglicher zu machen.

Noch immer gilt zur Schonung im Rhein ein absolutes Fangverbot für Forellen. Für Äschen konnten die Einschränkungen bereits etwas gelockert werden.

Von Alets, Barben und Aalen im Rhein

Alets, Barben und Aale dürfen mit der Fischerkarte vom 31. Januar bis 30. September ohne Einschränkung gefangen werden. Eine solche Tagesksarte kostet nur 15 Franken.

Zur Geschichte der Diessenhofer Fischenz

Die Fischenz im Rhein wurde erstmals am 3. Oktober 1342 urkundlich erwähnt. Sie gehörte dazumal dem Hofmeiser Johannes dem Älteren, der als Truchsess im Unterhof wohnte. Sie hat aber schon früher bestanden und ist wie andere königliche Hoheitsrechte an den Landesherrn Kyburg, später Habsburg gekommen.

Die Truchsessen besassen die Fischenz zu Lehen. Der Unterhof, die ehemalige Diessenhofer Truchsessenburg ist 1725 mit ihren Rechten aus dem Besitze der Familie des Junkers von Greuth an die Stadt Diessenhofen gekommen, welche sie aber weiter veräusserte, aber die Fischenz und den damaligen Turm als Eigentum behielt.

Bei der Ausscheidung des öffentlichen Gemeindegutes und des reinen Bürgergutes vom 13. November 1872 gelangte die Fischenz an die Bürgergemeinde, in deren Besitz sie bis heute geblieben ist,

Staatsvertrag von 1854

Im Staatsvertrag zwischen dem Grossherzogtum Baden und der Eidgenossenschaft vom 20. + 31, Oktober 1854 wurde die Landesgrenze in der Mitte Rhein festgelegt, Im gleichen Vertrag wurden auf Urkunden oder altes Herkommen sich stützende Fischereigerchtigkeiten als Privatrechte gegenseitig anerkannt.

Die BGD musste sich auch schon wehren

Diese alten Rechte wurden von deutscher Seite verschiedentlich angezweifelt und Rechtsgutachten wurden erstellt. Aber die Fischrechte der BGD (Bürgergemeinde Diessenhofen) blieben unbeschadet bestehen, Noch 1959 wurde ein Fischer gebüsst, weil er in Obergailingen vom Ufer aus freventlich mehrere Forellen gefangen hatte.Der längere Rcchtsstreit endete zu Gunsten der BGD.. (

Die Fischenz ist nur ein Bereich der Bürgergemeinde. Über die Bewirtschaftung des Waldes und des Campingplatzes «Laui» haben wir bereits im vergangenen Jahr ausführlich berichtet.

Nach wie vor ist die Bürgerverwaltung sehr dran interessiert, dass Einwohner von Diessenhofen, die nicht Bürger sind, sich einbürgern. Der Bürgerpräsident Bruno Giuliani gibt dazu gerne nähere Auskünfte. (ge)